Börnerpfalz Fotographie
Uns interessiert das Diffuse, die Ambivalenz von Bildern, der Punkt an dem das Abgebildete von einer Dimension in die andere Dimension springt – eine Art Zwischenstadium, der Übergang vom konkreten zum abstrakten Bild.

Das Spiel mit Schatten hat Tradition, denn es birgt in sich die Vielschichtigkeit an Deutungs- und Betrachtungsmöglichkeiten. Ganz gleich ob belebter oder unbelebter Körper – Schatten entbehren der dritten Dimension sind lediglich Fläche. Scherenschnitten gleicht die Arbeit Haus am M.I.R., die sich mit den Fragen von Reflexion und Durchsichtigkeit, Abstraktion und Realität beschäftigt.

Hinter einer semitransparenten Wand zeichnet sich ein Schatten ab – ein Mensch, seiner Körperlichkeit beraubt und reduziert auf Form und Bewegung. Handelt es sich um einen Mann oder eine Frau? Jung oder alt? Die Person agiert und existiert im Fast-Verborgenen, denn Informationen zu einer genaueren Charakterisierung ergeben sich nicht durch näheres Hinsehen. Das mattierte Glas ist Projektionsfläche und Medium einer Information, deren Bedeutung allein dem Betrachter überlassen ist.


1999, C-Print auf Kappamount hinter Plexiglas, 3 x 4 Fotografien, je 20 x 100 cm
HAUS AM M.I.R BILD 1
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